5. Forum „Dual Studieren in Osthessen“ zeigt Bandbreite der Möglichkeiten auf

FULDA (hey). Kurze Wege, kompakte Informationen und Austausch auf Augenhöhe bietet das Forum „Dual Studieren in Osthessen“. In diesem Jahr fand das Veranstaltungsformat bereits zum fünften Mal statt.

In der Fuldaer Winfriedschule präsentierten sich kürzlich die Hochschule Fulda und die Private Bildungsakademie sowie 25 Unternehmen der Region mit ihren dualen Studienangeboten. Ergänzt wurde der „Marktplatz der Studienmöglichkeiten“ durch eine Vielzahl von Fachvorträgen.

„Das 5. Forum Dual Studieren ist ein Spiegelbild eines funktionierenden Netzwerkes vor Ort“, erklärte Achim Gerbeth von der Industrie- und Handelskammer Fulda, die zum Forum eingeladen hatte. „Im Berufs- und Studienwahlprozess der jungen Menschen wollen wir gemeinsam mit den OloV-Akteuren Informationen aus erster Hand bieten.“

Zu den regionalen Akteuren der hessenweit etablierten OloV-Strategie (Optimierung lokaler Vermittlungsarbeit im Übergang Schule – Beruf) gehören neben der IHK Fulda auch der Landkreis und die Stadt Fulda, die Kreishandwerkerschaft, das Staatliche Schulamt Fulda sowie die Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda.

Die Berufs- und Studienorientierung im gymnasialen Bereich ist vor fünf Jahren von den OloV-Akteuren angestoßen worden. „Wir wollen damit die große Bandbreite der Möglichkeiten gerade auch hier in der Region aufzeigen“, verdeutlichten Ulrich Nesemann und Christiane Herchenhein, regionale OloV-Koordinatoren von Landkreis und Stadt Fulda. Das duale Studium sei ein Baustein von vielen auf dem Weg in ein erfolgreiches Berufsleben. „Denn das Leben besteht nicht nur aus Studium. Man kann auch Karriere machen, wenn man mit einer Ausbildung begonnen hat“, unterstrich Nesemann.

Duale Studiengänge verknüpfen eine praktische Ausbildung oder Praxisphasen im Unternehmen mit einem wissenschaftlichen Studium. Die Zahl der dualen Studiengänge hat sich nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung zwischen 2004 und 2016 – von etwa 500 auf rund 1600 – mehr als verdreifacht. Allein in Hessen gibt es derzeit rund 130 duale Studienangebote.

Die Hochschule Fulda hat im Jahr 2011 mit den drei dualen Studiengängen „Logistikmanagement“, „Soziale Sicherung, Inklusion, Verwaltung“ sowie „Elektrotechnik und Informationstechnik“ begonnen. Mittlerweile sind fünf weitere Studiengänge hinzugekommen. „Wir verzeichnen zwischen 15 und 30 Studierende pro Jahrgang und Studiengang. Die Resonanz ist gut, sodass wir Überlegungen für weitere duale Studiengänge an der Hochschule anstellen“, erklärt Referentin Ilona Jehn. Derzeit seien etwa 700 der aktuell rund 9.500 Studierenden in dualen Studiengängen untergebracht.

An der privaten Berufsakademie (BA) Fulda wird seit zehn Jahren der duale Studiengang „Mittelstandsmanagement“ angeboten. Mit den zwei neu aufgelegten Studiengängen „Wirtschaftsingenieurwesen“ sowie „Smart Production and Digital Management“ soll laut Prof. Dr. Bernd Meyer, wissenschaftlicher Leiter der BA, im Oktober dieses Jahres gestartet werden. Besonders interessant sei es, die jungen Leute, die in den Betrieben eine Berufsausbildung gemacht hätten und zu den High Potentials zählten, für künftige Führungs- beziehungsweise Managementaufgaben zu qualifizieren, so Prof. Dr. Meyer.

Nicht nur der Fachkräfte- sondern auch der Führungskräftemangel wird die Unternehmen in den nächsten Jahren fordern und viel Flexibilität abverlangen. Markus Lingelbach, Ausbildungsleiter bei der Firma EngRoTec mit Sitz in Hünfeld, meint: „Veranstaltungen wie das Forum Dual Studieren sowie Partnerschaften oder Kooperationen mit Schulen und Bildungsanbietern sind wichtig, um betrieblichen Nachwuchs zu gewinnen und adäquat auszubilden.“ Lingelbach sieht im dualen Studium ebenfalls eine hervorragende Möglichkeit, ehemalige Auszubildende weiter zu qualifizieren und an das Unternehmen zu binden.

Das Forum „Dual studieren in Osthessen“ ergänzt die Bildungsmesse der IHK, den Informationstag der Hochschule und zahlreichen Berufsorientierungsangebote der einzelnen Schulen. „In Gesprächen wird immer wieder deutlich, dass der Schüler- und Elternschaft der Gymnasien das vielfältige Angebot im Bereich des dualen Studiums kaum bewusst ist“, so Matthias Hansen, Ansprechperson für Berufs- und Studienorientierung der Gymnasien am Staatlichen Schulamt Fulda.

„Wir wollen die Schüler nicht von einem dualen Studium überzeugen, sondern ehrlich die Vorteile und Chancen, aber auch die Herausforderungen aufzeigen, so dass jeder Berufseinsteiger entsprechend der persönlichen Neigungen und Wünsche seinen eigenen Erfolgsweg beschreiten kann“, ergänzt Hansen.

Dass die Resonanz der Schüler und Eltern auf das Forum in diesem Jahr geringer ausfiel als erwartet, führt der Gymnasiallehrer unter anderem auf den deutlich schwächeren Q2-Jahrgang zurück, der sich durch die G8/G9-Umstellung an hessischen Gymnasien vor acht Jahren begründet. +++